Selbstverteidigungslehrgang (SV) mit Jürgen Kestner, 5. Dan in Hardthausen bei Heilbronn
Schnee, Eis, Kälte - alles das hielt uns nicht davon ab, am 9. Januar 2010 das Karatejahr perfekt zu beginnen. Auf dem MTV-Parkplatz lag - ich schätze mal - 3 Meter hoch Schnee, und wir verteilten unsere 15 Karateka auf die Privatautos. Ab gings nach Harrdthausen- Lampoldshausen , ein 500-Seelendorf bei Heilbronn, in dem karatemäßig immer viel geboten wird.
Eingeladen waren wir zu einem genialen SV-Lehrgang, durchgeführt von einem ausgesprochenen SV-Spezialist – Jürgen Kestner. Er ist Polizeiausbilder, und treibt die verschiedensten Budo-Sportarten von Jiu-Jitsu über Escrima bis hin zum Kickboxen und Wing Tsun. Zur Zeit ist er im National-Trainerteam und baut bei den Athleten Fähigkeiten wie Geschwindigkeit, Reaktion und Explosivität der Techniken aus. Uns freut es, dass er von „unserer“ Karatestilrichtung, dem GOJU RYU herkommt, womit er mit 11 Jahren in Bruchsal begann.
Jürgen zufolge ist es bei der Selbstverteidigung in Gefahrensituationen zunächst einmal sehr wichtig, dass man eine körperliche Auseinandersetzung oft mit der eigenen „Sprache“ und der Deutung der „Körpersprache“ verhindern kann. Hierbei benutzt man bereits die hochgehobenen offenen Hände, die von vornherein deeskalierender wirken, wie mit geballten Fäußten einem Angriff gegenüber zu stehen. Hieraus entwickelten wir ein System der sog. Offenen-Hand-Techniken, die einfach, intuitiv, und extrem wirksam eingesetzt werden können.
„Stress“ ist ein weiterer Faktor, der in einem SV-Training immer wieder angesprochen wird. Unter simulierten Stresssituationen trainieren, d.h. nicht abgesprochene Angriffe, sondern starke Angriffssituationen aus nicht vorher bekannten Richtungen durchführen, ist dabei das Salz in der Suppe. Hierdurch kommt man der Realität ein ganzes Stück näher.
Uns hat der hochinteressante Lehrgang wieder viel an Erkenntnissen und Erfahrungen gebracht. Wir gerieten unter den angesprochenen Stresstests sichtlich ins Schwitzen. Abkühlung verschaffte uns aber schnell wieder das Wetter, und wir bahnten uns durch Schnee, Eis und Kälte wieder den Weg nach Hause.
Andreas Eger