Achtung – Prüfung

Karate-Anfängerkurs mit Trainern

Demnächst stehen bei uns wieder Gürtelprüfungen ins Haus, und es tauchen immer wieder Fragen rund um das Thema auf, von denen einige in diesem Artikel behandelt werden sollen. Dabei werden interessante und für alle Prüflinge auch wichtige und wissenswerte Punkte aufgegriffen. Viel Spaß beim Lesen  - damit´s zum Schluss heißt: PRÜFUNG  BESTANDEN !

 

1) Keine Angst vor Prüfungen 

Zuerst einmal gilt das Wichtigste: Wer regelmäßig mittrainiert und auch  - gerade als Anfänger - zu Hause weiterübt, wird gut durch die Prüfung kommen. Man sollte allerdings auch ernsthaft und konzentriert an die Sache herangehen. Eine Dojo-Regel heißt deswegen auch : Weniger reden  - zuhören  - mehr üben. Wir sind ja gar nicht so streng und lassen auch immer gerne Fragen zu Übungen usw. zu. In Japan ist es den Schülern z.B. strikt untersagt, im Training zu reden. Also: Fleißig trainieren – dann klappt´s auch (nein, nicht mit dem Nachbarn) mit der Prüfung!


2) Voraussetzungen

Der Erwerb des nächsten Karategürtels bzw. das Erreichen der nächsten Graduierungsstufe im Karate ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und wir sind darüber hinaus an die Regeln – sprich Prüfungsordnung  -  des Deutschen Karateverbandes (DKV) gebunden.
Eine Voraussetzung ist eigentlich selbstverständlich: Man muss top fit sein. Hierzu zählt zum einen die Konditionsstärke und zum anderen die generelle Fitness. Wer nicht ganz gesund ist, erkältet, Medikamente nimmt oder sonstige Einschränkungen hat, sollte die Prüfung einfach auf das nächste Mal verschieben, oder zumindest mit dem Trainer sprechen. Er kann dann in bestimmten Fällen gezielt darauf eingehen. Ansonsten sollte man natürlich hellwach, konzentriert und einfach „mit Volldampf“ und Herz in die Prüfung gehen. Das sind die besten Voraussetzungen und es kann nichts mehr schiefgehen. Ein bisschen Aufregung darf ruhig dabei sein. Ein wenig Adrenalin hat schließlich noch nie geschadet.      

 

3) Die Prüfungsordnung

Die Prüfungsordnung unserer Goju-Ryu-Stilrichtung sieht in der Unterstufe (9. – 7. Kyu = Schülergrad = weiß-gelber Gürtel bis oranger Gürtel) überwiegend gestreckte Techniken und entsprechende lange Distanzen vor. Hier sollen schon saubere Angriffs- (Zukis) und Abwehrtechniken (Age-Uchi-Gedan-Uke) gezeigt werden. Auch die Karatestellungen oder Stände wie Zenkutsu- und Sanchin-dachi sollten in einer Vorwärtsbewegung ( Kihon-Ido) sicher eingenommen werden. In der Mittelstufe (6. – 4. Kyu = grün und 2 blaue Gürtel) kommen dann noch die kürzeren Techniken dazu. Die Oberstufe (3. – 1. Kyu = 3 mal brauner Gürtel) beinhaltet alle Distanzen mit den entsprechenden Techniken. Von der Unterstufe bis zur Oberstufe sollte der Karateka zunehmend Körperspannung aufbauen, auf den Einsatz der Hüftbewegung achten und vor allem die Atmung entsprechend der Techniken anpassen. Bei einer kurzen Technik muss auch die Atmung plötzlich mit dem Ende der Technik  „abreißen“ und die Körpermuskulatur erreicht im Endpunkt der Technik ein Maximum an Spannung (Kime). Genauso wichtig ist aber auch die Entspannung. Die Kime wird nur Sekundenbruchteile gehalten. Danach ist der Körper wieder locker und entspannt – aber nicht , wie es hier heißt  „lommelig“ ! 

Wir, die Trainer der Karateabteilung des MTV-Stuttgart, möchten gerne, dass jeder Prüfling gut durch die Prüfung durchkommt und nicht gerade mit Hängen und Würgen den nächsten Gürtel besteht. Auf gute Grundtechniken baut das ganze Karate auf und auf dem langen Weg (Do) zum Meistergrad (Dan) dürfen sich keine Fehler einschleichen, die dazu führen können, dass man in der Mittelstufe irgendwann hängen bleibt. Dann macht das Ganze keinen Spaß mehr und letztendlich ist doch der Spaß und die Freude am Training bei unserer faszinierenden Sportart, der fernöstlichen Kampfkunst, das Allerwichtigste.   

Andreas Eger


   
 
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