2 Top Events im Herbst

Goju-Ryu-Tage in Walldürn und die Budo-Gala in der Porsche-Arena in Stuttgart. Die Karatekas des MTV-Stuttgart waren dabei.

1 x im Jahr finden in unserer Stilrichtung „Goju-Ryu“ als Haupt-Event die so genannten Goju-Ryu-Tage statt. Dieses Mal war am 11. und 12. Oktober das Sportkarate-Dojo in Walldürn unser Gastgeber. Unter dem Motto „Training – Weiterbildung – Spaß – Diskussionen – Prüfungen“  konnten Karatekas aller Altersstufen vom Weißgurt bis zu den Dan-Trägern wieder allerhand Neues erlernen und erleben. Gerade hier - wie auch im „richtigen“ Leben - war wieder die bereits abgegriffene Weisheit zu erfahren: In Karate lernt man nie aus. Das sagt sogar einer, der unserer Meinung nach schon lange ausgelernt haben müsste. Mit über 50 Jahren Karateerfahrung und ein Pionier der Karateszene in Deutschland kann unser höchster Dan-Träger Fritz Nöpel, 9. Dan aus einem unermesslichen Wissensschatz zurückgreifen. Aber auch andere hochkarätige Trainer wie z.B. Ulrich Heckhuis, 7.Dan, Klaus Fingerle, 6. Dan und Michael Hoffmann, 6. Dan (um nur einige zu nennen) sorgten dafür, dass erstens unser Karateanzug (=Gi) nie trocken blieb und zweitens unsere Nervensteuerzentrale (=Hirn) nie unterfordert war. Besonders bei der Kata-Anwendung (=Bunkai) von der 2. höchsten Goju-Ryu-Kata „Kururunfa“ war Letzteres der Fall. Die grauen Zellen und die Nervenbahnen spielten schon etwas verrückt, als wir das Programm, für das man getrost 10-15 Trainingsstunden einplanen kann, in einer Stunde durchpeitschten. So wie wir in dieser Stunde in der Halle standen, könnte man philosophisch über uns behaupten: Wir waren die Idylle unserer selbst. Aber so bekamen wir einen Eindruck, was man in Karate alles machen kann und man verliert auch als gestandener Dan-Träger nie die Bodenhaftung. Aber wie gesagt – alles nur Trainingssache. Dafür lief es bei der nun höchsten Kata, der „Suparinpei“ wieder rund, und wir waren nach dieser Trainingseinheit alle durchweg zufrieden. Schließlich handelt es sich bei dieser Kata (=Form) um die längste der Goju-Ryu-Kata und es ist die einzigste, bei der ein Tritt im Sprung (Mae-Tobi-Geri) vorkommt. „Suparinpei“ bedeutet im japanischen die Zahl 108. Die Interpretation dieser Zahl variiert sehr. Im Buddhismus wird mit 108 die Zahl der bösen Eigenschaften des Menschen dargestellt. Wir sind uns jedoch sicher, dass wir diesen interessanten Lehrgang mit 108 guten Eigenschaften in uns verlassen haben. (Der Autor des Artikels verzichtet an dieser Stelle auf die vollständige Aufzählung :-)

Nur 1 Tag später, am 12. Oktober wartete bereits das 2. große Herbst-Event auf uns. Es war ohne Zweifel die Budo-Gala, die „Nacht der Top-Fighter“. In der grandiosen Kulisse der Porsche-Arena begaben wir uns auf eine Art Weltreise der Kampfkünste. Hier zeigten hochkarätige Meister und Spitzensportler in den unterschiedlichsten Kampfkünsten rund um den Globus ihr Können. Im Zentrum der Gala stand der „King of Kung Fu“, Bruce Lee, der vor 35 Jahren verstarb. Neben Shaolin-Mönchen mit absoluter Körperbeherrschung, bekamen wir auch zahlreiche Bruchtests mit Steinen zu sehen sowie Capoeira- Karate- Taekwondo- und Wing-Tsun-Gruppen, die mit artistischen Darbietungen in Perfektion wirklich alles gaben. Auch unser Trainer – Andi Ginger – war mit einigen Karatekas mit von der Partie. Sie zeigten unter anderem, wie man mit Sound-Karate-Elementen das Publikum begeistern kann. Alles in allem ein sehr kurzweiliger Abend, den wir so schnell nicht vergessen werden. Die Bruchtests mit hunderten von Steinen gaben uns auf jeden Fall Anregungen für Sondertrainingseinheiten, wobei wir jedoch davon ausgehen müssen, dass der MTV Stuttgart nach erfolgreicher Fertigstellung seiner Umbauarbeiten in Sachen Kraft- und Fitnessraum  „not very amused“ wäre.     

Andreas Eger  



   
 
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